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Jordanien 2015

31.3.

Um 3:30 Uhr stehen wir von allein auf. Zusammengepackt hatten wir ja schon. Alles hat gerade wieder so reingepasst. Draußen schneit es. Der Schnee wird auf der Fahrt immer mehr. Auf dem Erzgebirgskamm bleibt er auch liegen. Pünktlich sind wir in Prag und diesmal ist auch kein Flug storniert worden. Leider kommt die Maschine aus Wien etwas später und geht dementsprechend auch später wieder raus. Mal sehen, ob wird das schaffen. In Wien sind wir dann 20 Minuten später. Der Schnee ist jetzt nur noch Regen und wir schaffen das Flugzeug nach Amman ohne Probleme. Beim Start schüttelt es sich und wackelt ganz schön, über den Wolken ist das besser. Der Copilot weiss nicht, wie der Kapitän heisst… . Es ist ein alter A320 und es gibt keinerlei Entertainmentfunktionen. Der Flug ist nicht wirklich lang. Pünktlich landen wir in Amman. Der Kauf von Visa dauert etwas. 40JOD pro Person ist für vier Leute ganz schön. Das Gepäck dreht schon seine Runden, nur die große Tasche hat einen Riss, wird wohl nicht mehr so lange gehen, hoffentlich hält die die Rückreise noch aus. Am Mietwagenschalter geht es relativ schell. Der Fortuner wird gebracht und los geht's. Es ist schon alles etwas bodenständiger als in Dubai oder im Oman. Wir nehmen die Südroute und fahren kleine Strassen nach Madaba. Überall ist es sehr grün, das hatten wir nicht erwartet. Madaba ist eine quirlige kleine Stadt. Der Verkehr ähnelt dem in Kampala nur nicht ganz so chaotisch. Kreisverkehre und EInbahnstrassen kann man auch anders herum fahren. Jeder fährt dort, wo Platz ist. Im Carrefour kaufen wir Wasser und etwas Essen, der liegt gleich in der Nähe vom Black Iris Hotel. Das finden wir direkt neben dem Fußballplatz sehr schnell. Das kleine Hotel ist nett und man freut sich über uns. Der Tourismus ist fast zusammengebrochen und die Leute haben es wirklich schwer. Wir packen noch einmal alles ordentlich ins Auto ein und beziehen unseren Raum. Annett und ich gehen noch einmal in die Stadt. Das ist wirklich super schön. Das quirlige Leben, überall die kleinen Shops und die Kirchen und Moscheen gleich nebeneinander. Die Jungs fahren cool mit dem Auto herum und die Männer hängen in den Restaurants ab. Uns gefällt es gut und wir werden überall freundlich begrüßt. Wir kehren noch kurz in der Bäckerei ein und dann geht auch schon die Sonne unter. Gute Nacht. „Welcome to Jordan“ tönt es noch in unseren Ohren … .

1.4.

Die Nacht war recht kalt, wenn man die Heizung ordentlich bedienen könnte, wäre das besser gewesen. Frühstück mit Eiern, arabischen Brot, Dattelsirup und Feigemarmelade. Wir fahren nach Khirbat al-Mukhayyat und schauen uns die Mosaiken an. Die sind wirklich gut erhalten, über 2.000 Jahre alt. Die Gegend ist beeindruckend und öffnet immer wieder Blicke zum Toten Meer. Touris waren hier keine, die treffen wir dann beim Mt. Nebo, dort sind aber auch nur das Mosaik und ein paar Funde ausgestellt. Interessanter ist schon der Blick nach Westen, Ramallah, Jerusalem, Jericho, Westbank ... . Die arabischen Mädels finden das alles ganz lustig und erhellen den Tag mit vielen Selfies am Ausichtspunkt. Wir fahren auf -120 und versuchen zur Jordanmündung vorzudringen. Ganz klappt das nicht, da der Weg gesperrt ist, aber nahe genug, um auf den Bergen Jerusalem auszumachen.

Hier unten ist es sehr grün. Palmen, Bananen und Tomaten werden angebaut. Wir nehmen eine kleine Strasse am Kafrain Damm vorbei, um Iraqi Al Ameer anzuschauen. Ist schon komisch, sieht aus wie ein griechischer Tempel, mitten in der Pampa. Amman reicht hier schon mit seinen Vororten heran. Alles wird zugebaut, der Verkehr ist ein Chaos, aber es geht vorwärts. Wir statten der City Mall einen Besuch ab und kaufen erst mal ein paar Grundnahrungsmittel ein. Der Carrefour ist super bestückt. Danach geht es wieder zurück nach Madaba, das geht relativ schnell, wenn auch die Verkehrsregeln von den Einheimischen nur als Hinweise genommen werden. Zurück in Madaba machen wir erst mal kurz Pause, bevor wir noch mal in die Stadt gehen. Wir wollen noch versuchen die St. Johns Kirche zu besuchen. Es ist schon kurz vor sieben, aber wir dürfen noch rein - sehr nett. Als wir oben auf dem Kirchturm stehen, fängt der Muezzin nebenan an zum Gebet zu rufen - so geht es auch, in dieser Welt. Die Räume unter der Kirche mit dem Schrein von Johannes dem Täufer sind schon beeindruckend. Noch interessanter finde ich die arabischen Innenschriften unter dem katholischen Altar ... .

Ein schöner Tag findet mit ein paar Lammschawarmas und Pommes sein Ende. Hoffentlich klappt's morgen mal ohne Regen, in einem der trockensten Länder der Erde... .

Gute Nacht.

2.4.

Alle haben gut geschlafen. Früh scheint sogar die Sonne zum Fenster rein. Wir packen alles zusammen und genießen das Frühstück. Die Rechnung wird beglichen und wir versprechen wiederzukommen, es gibt noch so viel anzusehen. Als erstes Ziel steht Gerash (oder Jarash – halt ??? ) auf den Plan. Wir rasen wieder quer durch Amman und genießen einfach nur das Schauen. Die Gegend ist echt dicht besiedelt. Man kann gar keine Städte ausmachen. Kurz vor 10 sind wir in Jarash. Man sieht die römisch/hellenistischen Gebäude schon von weitem, aber ach die Mengen von Menschen. Hunderte von Teenagern (heute ist leider Jungstag) werden auf die Ruinen losgelassen. Das ist schon Klasse, mal so ein großes Ensemble in so gutem Zustand zu besuchen. Leider dürfen die Besucher auf allem rumklettern und die jungen Jordanier machen davon auch reichlich Gebrauch Für uns kostet es je JOD 8 pro Erwachsener, die Kinder sind frei. Für die Einheimischen scheint es kostenlos zu sein. Zu interessieren scheint es sie jedenfalls nicht, sie habe nur ihren Spass und wolle immer Fotos mit uns machen, ganz besonders mit Annika, aber auf Heiratsangebote gehen wir aber nicht ein und bereiten dem ganzen dann ein Ende. Reichlich 2 Stunden schlendern wir auf dem Geländer herum. Dann sehen wir zu, dass wir weiterkommen denn es kommen immer mehr Busse mit jungen Jordaniern und sie werden auch zudringlicher. Das führt auch dazu, dass Annika dann doch den Wunsch nach einer Abaya äußert … .

Nachdem wir Jarash verlassen haben, wollen wir noch nach Umm Qays, eine ähliche Anlage. Umm Qays liegt im Vierländereck Jordanien, Israel, Libanon und Syrien (und den Golanhöhen), also müssen wir noch ein ganzes Stück nach Norden. Die Fahrt über Irbid ist ganz interessant, wir legen nur eine kurze Mittagspause ein. Die Strecke geht zwischen den typischen Hügelformationen hindurch und sogar durch kleine Pinienwälder, man könnte das sogar fast lieblich nennen und meditäran. Irbid selbst ist wieder das total Chaos, es dauert entsprechend lange, es zu durch queren. Die restliche Strecke nach Umm Qays geht durch eine schöne Berglandschaft mit dem Blick auf das Jordantal. Umm Qays selbst ist it Jerash nicht zu vergleichen, aber auch wieder Massen von einheimischen Jungendlichen, die die Sau raus lassen. Der Blick nach Norden ist umso interessanter. Wir schauen auf das Yarmouk Tal, gegenüber sind die Golan Höhen, nordwestlich der Lake Tiberius in Israel mit Nazareth, nordöstlich Syrien und in der Ferne sieht man die Berge des Libanon. Beeindruckend!! Es ist jedoch alles ruhig. Wir suchen uns in den Bergen einen ruhigen Campingplatz mit Blick auf das Jordantal und lassen den Tag ruhig ausklingen. Der Muezzin ruft und die Glocken läuten. Die Sonne verabschiedet sich mit einem tiefen Rot zwischen den Bergen über Nablus... . Wir befinden uns wirklich im relegiösen Herzen der Menschheit, auch wenn wir den ersten Wegweiser nach Mecca erst später sehen werden.

Guten Nacht

3.4.

Die Nacht war etwas laut, wie das eben an einem Wochenende so ist. Wir machen in Ruhe Frühstück, hell ist es schon seit um Sechs. Kälter als gestern Abend ist es nicht geworden, so um die 16 Grad. Manchmal hatte man den Eindruck, dass Geschosse zu hören waren, was es jetzt am Ende wirklich war, wissen wir nicht. Wir machen uns auf den Weg das Jordantal hinab, immer an der Hochsicherheitsgrenze entlang. Überall wird Obst und Gemüse angebaut, also gibt es auch an jeder Ecke Tomaten, Gurken, Bananen, Zwiebeln und ähnliches zu kaufen. Jeder Markt in den kleinen Städten wird zum Stau und es ist interessant, das tägliche Leben zu beobachten. Wir nutzen das auch und lassen uns ein paar Bananen durchs Fenster reichen, die schmecken prima. Der Versuch, dem Jordan etwas näher zu kommen, scheitert jedes mal am Militär, also muss ein Blick genügen. Beim Toten Meer nehmen wir noch mal die Panoramastrasse über Madaba und genießen die Blicke hinunter ins Tal.

Das Wetter steht bei angenehmen 30 Grad. Am Toten Meer sind alle Badestelle voll mit Wochenendtouristen. Teilweise sieht es aus, wie auf einer Müllkippe, aber es scheint niemanden zu stören. Die Landschaft ist traumhaft und manchmal hat sich die Natur einfach in Gigantomie versucht. Beim Wadi Mujib biegen wir ab und suchen uns einen Zugang zum Meer. Marc wollte unbedingt baden und im Wadi kann man in Ruhe das Salz wieder abspülen. Unglaublich, aber man liegt wirklich auf dem Salzwasser ohne unterzugehen. Auch Annika geht mit baden. Hier sind nicht so viele Halbstarke, die immer pfeifen und rufen, nur Familien mit vielen Kindern. Nach dem Baden überlegen wir, wie das mit dem Campen zu lösen wäre. Ich hatte noch Infos über eine Campmöglichkeit 10 km nördlich, also versuchten wir das, da das Campen dort am Wadi schon eher öffentlich ist. An der Stelle haben wir dann auch ein Camp gefunden, allerdings sind aufgrund on Bewässerungen viele Fliegen da. Es sind auch aufgrund des Wochenendes noch eine ganze Reihe Leute unterwegs. Die Kinder essen Nudeln, wir Bratkartoffeln mit Fleisch. Dann geht der Mond auf und hüllt alle in helles Licht. Das ist eine tolle Atmosphäre.

4.4.

Um Viertel Sechs wache ich auf und sehe durch die Zeltwände den Mond über dem Meer stehen. Ich versuche ein paar Fotos und lege mich wieder hin. Als ich um Viertel Acht wieder aufstehe sind auch die Fliegen wieder da, es macht einfach keinen Spass. Wir packen schnell alles zusammen und fahren noch mal zum Wadi Mujib. Jetzt ist keiner mehr da. Wir gehen alle im Meer baden und legen uns dann in den Bach zum abspülen. Ausserdem gibt es noch eine Schlammkur. Das alles dauert bis Mittag. Wir müssen weiter und machen uns auf den Weg nach Süden, zuerst zum Wadi Nimrin, dort ist eine Menge los, aber so ein bisschen Wasserwandern ist auch nicht schlecht. Es ist nur schade, dass überall der Müll herumliegt. Gern würde ich mal einen Tag den Müllsammler spielen und das wunderschöne Wadi aufräumen. Nach dieser kurzen Wanderung ändern wir die Richtung und fahren die Berge hoch nach Al Karak, manchmal kann man in das Wadi schauen, das ist ganz schön tief. Eine wunderschöne Gegend und je höher wir kommen, umso grüner wird es. Wir parken in der Stadt und schauen uns das Castle an. Den Kindern macht es Spass, durch die Gänge zu krabbeln und sich die Festung zu erschließen. Sonst ist es ganz schön zugig dort oben und man trifft auch wieder große Touristengruppen. Danach müssen wir noch einen Campingpatz suchen, nicht ohne vorher noch einmal Bananen und Backwaren eingekauft zu haben, das macht immer Spass. Die Campsuche gestaltet sich etwas schwierig, da es entweder ziemlich zugig oder die Wadi nicht erreichbar oder zugemüllt sind. Bei dem Nabatäertempel finden wir schließlich eine alte Olivenplantage. Überall bellen die Hunde und blöken die Schafe. Es wird ziemlich schnell kalt und der Mond leuchtet hell, heute gibt es den bewährten Eintopf mit Mettendchen ... . Gute Nacht.

5.4.

Früh kommt die Sonne über die Berge und weckt uns. Es ist nicht mehr so kalt, wie am Abend. Man hat einen wunderschönen Ausblick. Das Frühstück ist wie immer und wir machen uns auf den Weg Richtung Petra. Zuerst kommt jedoch noch Shaubak dran. Wir finden die Festung leicht. Es sind nicht viele Touristen da. Sonst ähnelt die doch sehr der von Karak. Den Kindern macht es Spass. Sie haben die große Lampe und entdecken alle verborgenen Gänge. Zum Schluss nehmen sie noch den geheimen Ausgang und komme 100 Meter unter der Burg raus.

Nach Petra ist es nicht mehr weit. In Wadi Musa kaufen wir noch ein paar Getränkte, hier merkt man schon, dass das eine Touristenhochburg ist, die Preise sind exorbitant. Als wir die Eintrittskarten kaufen, eröffnet man uns, dass man vor zwei Wochen die Kinderregelung auf 12 Jahre verändert hat und nun nur noch unter 12 Jahren kostenlos rein darf - wieder JOD 55 mehr. Der Spaziergang durch den Siq ist ganz schön, der A-ha Effekt beim Al Kazhne will sich nicht wirklich einstellen. Vielleicht liegt es auch an den vielen Menschen. Wir steigen die Treppen hoch zu den Obelisken und laufen dann noch bis zum Tempel. Bis zum Kloster hätten wir nicht mehr geschafft und auf den Esel hatte keiner Lust. Überhaupt hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Wir entschieden uns, dass es reicht. Marc durfte noch mal mit dem Kamel reiten und dann gehen wir die restlichen 2 km wieder nach draußen.

Den zweiten Tag sparen wir uns, dazu hat niemand Lust. Wir gehen noch mal in eine Bäckerei und biegen auf die kleine Strasse zurück ins Tal des Jordan. Dort sind nur die Beduinen in ihren Zelten und wir finden einen schönen Platz zum Campen. Das gegrillte Hühnchen schmeckt toll und der Mond taucht wieder alles in ein helles Licht.

6.4.

Das war ein schöner Platz. Früh weckt uns die Sonne und das Bimmeln der Schafe. Wir fahren durch ein Bergwunderland wieder zurück in das Wadi Aqaba und folgen ihm Richtung Süden. Die Grenze ist stark bewacht und selbst bei der Notdurft wird man gefragt, was man dort zu suchen hat. Aber immer freundlich - you have to go!

Aqaba ist schnell erreicht und eigentlich nichts besonderes. Das Meer leuchtet tiefblau, nicht rot, wie man denken könnte... . Wir suchen den Strand aber dort ist so viel Wind, dass es keinen Spass macht. Auch gibt es keinen richtigen Sand und der Wind hat die Algen überall angespült. Also versuchen wir zur Sa’udi Grenze zu kommen aber die Strasse durch das Industriegebiet brechen wir dann ab. Die Suche nach einem Camp gestaltet sich schwierig, besonders wegen des starken Windes. Am Ende fahren wir eine große Runde um Aqaba und landen dann doch im Bedouin Garden - campen ist hier zwar nicht schön, aber zumindest lässt der Wind langsam nach. Die Kinder kochen sich Nudeln und wir sitzen noch beisammen. WIFI für Marc gibt es auch und so spielt er gleich wieder... . Nachts ist der Wind nicht so stark, nur ist alles laut, die Strasse ist nicht weit. Gegenüber leuchten die Lichter von Taba, Ägypten. Nach Sharm-El-Scheich sind es nur 200km.

7.4.

Da wir am Abend schon alles zusammengepackt haben, muss früh nur noch das Zelt zusammengebaut werden. Danach gibt es noch ein kleines Frühstück, das war im Preis eingeschlossen. In Aqaba besichtigen wir die alte Festung, das ist ein ziemlich trauriges Bauwerk. Keiner scheint sich so richtig zu kümmern, aber mit dem Verkauf von allem Möglichen und mit Bootsfahrten verdient man wohl mehr an den Touris. Wir haben lange keine Deutschen mehr gesehen. Uns ist der Rummel zu viel, wir nehmen den Desert Highway nach Norden uns suchen Hymwaja, eine Ausgrabungsstätte, auf die man im Museum hingewiesen hatte. Das ist 60 km außerhalb. Nach etwas suchen finden wir das auch, wieder mal eine kleine Stadt aus helenistischer Zeit, mit Zisterne und allem was dazugehört, ausgebuddelt von den Kanadiern. Zu kümmern scheint das trotz des neuen Visitorcenters keinen.

Wir stromern etwas zwischen den Gebäuden herum und die Kinder untersuchen die Höhlen in den Felsen. Dann fahren wir weiter nach Norden (mit einem Zwischenstop in Ma’an) und versuchen die ganzen Qasr zu finden, die überall eingezeichnet sind. Die meisten exisitieren nicht, oder wohl nicht dort, wo sie eingezeichnet sind. Wir finden Qasr Kushir, ein wirklich schönes Castell aus dem Limes, mitten in der Pampa. Den Kinder gefällt es, dass sie nach belieben rumstöbern können und nichts gesperrt ist. Ein Beduine kommt und will mit uns plaudern aber arabisch können wir nicht wirklich. Wir fahren noch die nächste Burg an und folgen dann dem Weg weiter in Richtung Wadi Mujib. Die Strasse windet sich herunter und einmal kommt uns wieder mal eine Schafherde entgegen. Den Hunden passt das gar nicht, dass wir durch ihre Herde fahren. Wir finden einen schönen Platz an einem Nebenwadi und genießen die totale Ruhe am Abend. Guido hatte noch eine SMS geschickt, dass die Fluglotsen in Frankreich streiken und deshalb möglicherweise Flüge ausfallen. Mal sehen, ob wir uns Übermorgen im Wadi Rum treffen.

8.4.

Die Sonne kommt über den Berg gekrochen und wärmt uns auf. Vom Berg klingen schon wieder die Glöckchen der Schafe herunter. Nach dem Frühstück versuchen wir, im Wadi weiter vorwärts zu kommen. Überall sind kleine Felder und die Leute winken uns zu. Im Wadi läuft das Wasser. Wir finden erst nach einer ganzen Weile den richtigen Weg wieder auf der anderen Seite herauf. Die auf den Karten eingezeichneten Wege stimmten nicht. Die Anlage der Strasse ist schon spektakulär. In kleinen Serpentinen schraubt sich der Weg wieder 700 Meter nach oben. Oben fahren wir das kleine Stück bis zur Staumauer des Wadi Mujib und auf der anderen Seite nach Umm Ar Rasas, das ja als Weltkulturerbe ausgewiesen ist. Die Mosaiken der St. Joseph Church sind schon toll, aber sonst ist es wieder ein großes Ruinenfeld. Auch scheint bei den Mosaiken mal jemand nachgebastelt zu haben. Teilweise kann man die Bilder gar nicht mehr erkennen.

Nach der Besichtigung fahren wir noch das Castle von Dhaab an und dann ein Stück nach Süden, wo wir uns in der Lawasteinwüste ein Camp suchen. Viele Ruinen heute, aber keiner von uns wusste, dass diese alle Bestandteil des Limes waren. Also eigentlich ist das europäische Kultur und nicht jordanische. Alle lassen den Tag ruhig ausgehen. Der Wind ist ziemlich stark aber für einen guten Eintopf reicht es noch. Marc spielt mit seinen Autos und ich spaziere mal auf den Hügel. Die Gesteinsbrocken erinnern an zerbrochene Lawa. Eine unwirtliche Landschaft.

9.4.

Heute wollen wir uns mit Ulrike, Guido und Max im Wadi Rum treffen. Da wir uns erst mittags treffen wollen, lassen wir uns Zeit. Wir fahren in Ma'an noch einmal raus und laden noch mal Bananen, Benzin und Wasser nach. Auf der Karte ist eine kleine Strasse eingezeichnet, die parallel zur Sa'udi Grenze verläuft, von der Strasse 5 nach Westen. Diese wollen wir mal probieren. Auf den Satellitenkarten sieht sie befahrbar aus. In Ma'an zweigen dann auch die Hauptversorgungsruten für den mittleren nahen Osten ab, wir sehen viele Laster aus dem Iraq und aus Kuwait. Über den Hafen in Aqaba werden die Waren verladen und auf dem Landwege weitertransportiert. Das Land Richtung Sa'udi Grenze ist trocken, flach und staubig. Aber auch durchzogen von Wadis, in denen Bäume wachsen und Büsche. Es wohnt hier aber niemand mehr. Kurz vor dem Polizeiposten können wir nach Westen abbiegen. Die Strasse wird gerade noch gebaut aber ein ganzes Stück ist asphaltiert und so kommen wir schnell vorwärts. Zwischendrin sind ein paar streng abgesperrte Felder, die intensiv bewässert werden. Als wir dem Wadi Rum näher kommen, nimmt der Wind stark zu und damit der Staub in der Luft. Man kann die Felsen gar nicht mehr sehen.

Pünktlich sind wir an der Tankstelle. Nach 15 Minuten kommt auch Guido. Wir machen uns auf den Weg in das Wadi Rum aber der Wind wird immer schlimmer. Man kann teilweise die Strasse nicht mehr sehen. Wir fahren weiter in den Osten aber das Wetter wird nicht besser Wir drehen wieder um und fahren kurz vor der 15 in das Wadi rein. Wahrscheinlich nehmen die Nord-Süd verlaufenden Felsen den Wind etwas weg und so können wir wieder etwas sehen. Der Track windet sich das Tal hinunter und das ist gespickt mit Kamelen und Schafen. Wir sehen die ersten typisch roten Sandsteinfelsen des Wadi und suchen uns an einer geschützten Stelle knapp an der geschützten Zone einen Übernachtungsplatz. Der Himmel ist zugezogen und die Luft immer noch sandgeschwängert. Eine gute Sicht hat man nicht.

Auf die zerklüfteten Felsen kann man gut klettern und so hat man einen super Rundblick, wenn nur das Wetter besser wäre. Die Kinder spielen noch mit Guido Fußball bis es dunkel wird. Wir sitzen am Feuer und quatschen noch eine ganze Weile, so still wie in der Rub al Khalid ist es nicht.

10.04.

Der Himmel ist immer noch bedeckt, aber der Wind hat nachgelassen. In Ruhe wird Frühstück gemacht und dann machen wir uns auf in die geschützte Zone. Es sind überall viele Tracks vorhanden und ohne Navi ginge das hier nicht. Langsam reißt der Himmel auf und bietet Blaue Flecken.

Die Gegend ist wirklich ausnehmend schön. Die Kombination der Farben und die bizzaren Gestalten der Felsen gestalten eine ganz eigene Komposition. Je näher wir den Sehenswürdigkeiten kommen, umso mehr Autos sehen wir. Meist sind es gefahrene Touristen auf Pickups. Wir treffen Kamele und die sind sehr zutraulich. Auf manche von den Felsen kann man sicher gut draufklettern aber dafür haben wir nicht wirklich Zeit und das wäre mit den Kindern wohl auch etwas schwer.

Wir begnügen uns mit einer großen Runde durch das Wadi und der Besichtigung der einfach zugänglichen Plätze. Ein schöner Tag mit vielen Bildern.

Abends hat der Wind wieder aufgefrischt. Wir finden keinen wirklich windgeschützten Zeltplatz und so wird es ein windiger Abend. Fußball darf nicht fehlen und die Kinder stromern durch die zerklüfteten Felsberge. Wir müssen die Autos vor die Zelte stellen, damit sie nicht wegfliegen.

11.4.

Trotz Wind war es eine ruhige Nacht. Heute Nachmittag müssen wir leider schon zurückfliegen. Also bleibt nur noch zusammenpacken und den Rest zu genießen. Wir fahren nach Westen aus dem Wadi raus, werden vom Militär kurz gecheckt und müssen uns dann leider schon wieder trennen. Ulrike, Guido und Max machen sich auf den Weg nach Aqaba, wir auf den Desert Highway zurück nach Amman. Es hat trotz der kurzen Zeit wieder viel Spass gemacht. Den Desert Highway sind wir ja nun schon ein paar Mal gefahren. In Ma’an machen wir einen Zwischenstopp, lassen das Auto waschen und besorgen für die Kinder ein paar Shawarmas. Pünktlich sind wir am Queen Alia und packen noch den Rest in die Taschen. Zwischen Autoabgeben, einchecken und zum Gate laufen bleibt gar keine Zeit, sich von dem wunderschönen, interessanten Land zu verabschieden. Da Marc mit Dishdasha und Ghutra bekleidet war, schlug man ihm vor, als Sheik doch lieber mit der Royal Jordanian zu fliegen, nicht mit unseren österreichischen Freunden… .

Pünktlich ist der Flieger in Wien und pünktlich gegen 21:00 Uhr leuchten unter uns die Lichter von Prag. Eine schöne Reise mit vielen Eindrücken und viel Kultur und Geschichte, ein Land mit beeindruckender Toleranz als Fels inmitten von religiösen Getöse und weltlicher Kriegsmacherei. Wir freuen uns drauf, wenn wir wieder begrüßt werden mit „Welcome to Jordan“.

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